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Nadellager

Nadellager, Einstell‑Nadellager

Die Lager:

  • nehmen hohe bis sehr hohe radiale Kräfte auf
  • werden eingesetzt, wenn die Tragfähigkeit oder Genauigkeit der Nadelhülsen nicht mehr ausreicht und die hohe Belastbarkeit der Zylinderrollenlager noch nicht benötigt wird
  • können nur radial belastet werden und eignen sich dadurch sehr gut als Loslager (lassen Axialverschiebung der Welle gegenüber dem Gehäuse im Lager zu)
  • ermöglichen trotz Linienkontakt hohe Drehzahlen
  • gleichen Fluchtungsfehler zwischen der Welle und dem Gehäuse aus (Einstell-Nadellager)
  • benötigen nur einen sehr geringen radialen Bauraum, besonders dann, wenn die Lagerung ohne Innenring gestaltet wird
  • stehen in vielen Größen und mehreren Ausführungen zur Verfügung
  • ergeben besonders raumsparende, kostengünstige und wirtschaft­liche Lagerungen.

Nadellager in X-life-Qualität: Vergleich der Tragfähigkeit mit etwa abmessungsgleicher Nadelhülse; Winkeleinstellbarkeit bei Einstell-Nadellagern (zulässiger Einstellwinkel)

Cr = Dynamische Tragzahl

Lagerausführung

Ausführungsvarianten

Nadellager gibt es in der Ausführung:

Nadellager sind Lager in X-life-Qualität ➤ Link.

Neben den in diesem Kapitel beschriebenen Lagern stehen auf Anfrage Nadellager in weiteren Baureihen, Ausführungen und Größen sowie für spezielle Anwendungen zur Verfügung.

Nadellager

Nadellager sind Loslager

Nadellager sind radial niedrig bauende, sehr tragfähige Wälzlager, die als Loslager verwendet werden und zur Gruppe der Radial-Nadellager gehören. Diese Lager bestehen aus massiven Außenringen, Nadelkränzen und herausnehmbaren Innenringen; d. h., sie können entsprechend der Anwendung mit oder ohne Innenring geliefert werden ➤ Bild bis ➤ Bild. Die Lagerringe sind nicht wie die Außenhülsen der Nadel­hülsen und Nadelbüchsen spanlos gezogen, sondern spanend gefertigt. Durch ihre Loslagerfunktion können die Lager die Welle in keiner Richtung axial führen.

Nadellager mit Borden am Außenring

Die Borde führen den Nadelkranz

Nadellager mit Borden am Außenring sind montagefertige Baueinheiten. Außenring und Nadelkranz bilden eine selbsthaltende Einheit. Der Nadelkranz wird durch die Borde des Außenrings geführt. Der Außenring hat eine Schmiernut und mindestens eine Schmierbohrung. Ohne Nachschmiermöglichkeit sind die Bauformen NK mit Fw ≦ 10 mm und NKI mit d ≦ 7 mm. Die Lager sind überwiegend einreihig, die Bauform RNA69 ist ab dem Hüllkreisdurchmesser Fw = 40 mm zweireihig; d. h., sie sind mit zwei Nadelkränzen ausgestattet. Die Lager gibt es:

Nadellager mit Borden am Außenring, ohne Innenring

Lieferbare Bauformen

Nadellager mit Borden am Außenring, ohne Innenring, gibt es in den folgenden Bauformen und Maßreihen:

Für radial besonders raumsparende Lagerungen

Lager ohne Innenring eignen sich sehr gut für kompakte, radial besonders raumsparende Lagerungen, wenn die Laufbahn auf der Welle gehärtet und geschliffen werden kann ➤ Abschnitt. Wird auf den Innenring verzichtet, kann die Welle dicker und damit auch steifer ausgelegt werden.

Längenausgleich (axiale Verschiebbarkeit)

Radial-Nadellager werden als Loslager eingesetzt, also wenn die Welle gegenüber dem Gehäuse einen axialen Längenausgleich ermöglichen muss. Die axiale Verschiebbarkeit der Welle hängt bei Lagern ohne Innenring nur von der Breite der Laufbahn auf der Welle ab.

Nadellager mit Borden am Außenring, ohne Innenring, offen

Fr = Radiale Belastung


Einreihiges Nadellager


Zweireihiges Nadellager

Nadellager mit Borden am Außenring, ohne Innenring, ein- oder beidseitig abgedichtet

Fr = Radiale Belastung


Einreihiges Nadellager, einseitig berührende Dichtung


Einreihiges Nadellager, beidseitig berührende Dichtung

Nadellager mit Borden am Außenring, mit Innenring

Lieferbare Bauformen

Nadellager mit Borden am Außenring und mit Innenring gibt es in folgenden Bauformen und Maßreihen:

Lager mit Innenring werden eingesetzt, wenn die Welle nicht als Wälzlagerlaufbahn ausführbar ist. Die Lager sind einreihig, NA69 ist ab d ≧ 32 mm zweireihig.

Axialer Verschiebeweg des Innenrings

Bei Lagern mit Innenring erfolgt die Axialverschiebung der Welle gegenüber dem Gehäuse während der Drehbewegung zwangfrei im Lager zwischen den Nadelrollen und der bordlosen Laufbahn des Innenrings. Der maximale axiale Verschiebeweg s ist in den Produkttabellen angegeben. Treten größere Verschiebungen auf, kann der Standardring durch einen breiteren Innenring IR ersetzt werden. Innenringe ➤ Link.

Austausch der Innenringe

Bei den Standardlagern sind die Innenringe auf die Hüllkreistoleranz F6 abgestimmt und können innerhalb ihrer Genauigkeitsklasse miteinander vertauscht (gemischt verwendet) werden.

Nadellager mit Borden am Außenring, mit Innenring, offen

Fr = Radiale Belastung


Einreihiges Nadellager


Zweireihiges Nadellager

Nadellager mit Borden am Außenring, mit Innenring, ein- oder beidseitig abgedichtet

Fr = Radiale Belastung


Einreihiges Nadellager, einseitig berührende Dichtung


Einreihiges Nadellager, beidseitig berührende Dichtung

Nadellager ohne Borde am Außenring

Die Lagerteile können getrennt voneinander eingebaut werden

Nadellager ohne Borde am Außenring sind montagefertige Baueinheiten. Die Lager sind nicht selbsthaltend. Dadurch können Außenring, Nadelkranz und Innenring getrennt voneinander eingebaut werden. Die Montage des Nadelkranzes ist auf unterschiedliche Art möglich: Er kann zusammen mit der Welle, dem Außenring oder dem Innenring montiert werden oder ist nachträglich zwischen Außenring und Welle bzw. Innenring einsetzbar. Nadelkranz und Außenring dürfen beim Einbau jedoch nicht mit gleichen Bauteilen anderer Lager ausgetauscht, sondern müssen immer so wie ausgeliefert eingebaut werden. Der überwiegende Teil ist einreihig. Zweireihige Lager bestehen aus zwei nebeneinander angeordneten einreihigen Nadelkränzen. Sie haben eine Schmiernut am Umfang des Außenrings, mindestens eine Schmierbohrung im Außenring und das Nachsetzzeichen ZW-ASR1 ➤ Abschnitt. Lieferbar sind auch Lager mit einer Schmierbohrung im Innenring; diese haben das Nachsetzzeichen IS1 ➤ Abschnitt.

Nadellager ohne Borde am Außenring gibt es:

Nadellager ohne Borde am Außenring, ohne Innenring

Lieferbare Bauformen

Nadellager ohne Borde am Außenring, ohne Innenring, gibt es in folgenden Bauformen:

Für radial besonders raumsparende Lagerungen

Lager ohne Innenring eignen sich sehr gut für kompakte, radial besonders raumsparende Lagerungen, wenn die Laufbahn auf der Welle gehärtet und geschliffen werden kann ➤ Abschnitt. Wird auf den Innenring verzichtet, kann die Welle dicker und damit auch steifer ausgelegt werden. Ist die Laufbahn auf der Welle entsprechend maß- und formgenau gefertigt, sind Lagerungen mit erhöhter Laufgenauigkeit möglich.

Längenausgleich (axiale Verschiebbarkeit)

Radial-Nadellager werden als Loslager eingesetzt, also wenn die Welle gegenüber dem Gehäuse einen axialen Längenausgleich ermöglichen muss. Die axiale Verschiebbarkeit der Welle hängt bei Lagern ohne Innenring nur von der Breite der Laufbahn auf der Welle ab.

Nadellager ohne Borde am Außenring, ohne Innenring, offen

Fr = Radiale Belastung


Einreihiges Nadellager


Zweireihiges Nadellager

Nadellager ohne Borde am Außenring, mit Innenring

Lieferbare Bauformen

Nadellager ohne Borde am Außenring, mit Innenring, gibt es in folgenden Bauformen:

Lager mit Innenring werden eingesetzt, wenn die Welle nicht als Wälzlagerlaufbahn ausführbar ist.

Axialer Verschiebeweg des Innenrings

Bei Lagern mit Innenring erfolgt die Axialverschiebung der Welle gegenüber dem Gehäuse während der Drehbewegung zwangsfrei im Lager zwischen den Nadelrollen und der bordlosen Laufbahn des Innenrings. Der maximale axiale Verschiebeweg s ist in den Produkttabellen angegeben. Treten größere Verschiebungen auf, kann der Standardring durch einen breiteren Innenring der IR ersetzt werden. Innenringe ➤ Link.

Austausch der Innenringe

Außenring und Nadelkranz sind aufeinander abgestimmt und dürfen beim Einbau nicht mit Bauteilen gleich großer Lager vertauscht werden. Bei den Standardlagern sind die Innenringe auf die Hüllkreistoleranz F6 abgestimmt und können innerhalb ihrer Genauigkeitsklasse miteinander vertauscht (gemischt verwendet) werden.

Nadellager ohne Borde am Außenring, mit Innenring, offen

Fr = Radiale Belastung


Einreihiges Nadellager


Zweireihiges Nadellager

Einstell-Nadellager

Zum Ausgleich von Fluchtungsfehlern geeignet

Einstell-Nadellager bestehen aus spanlos geformten Außenhülsen, Kunststoff-Stützringen mit hohlkugeliger Innenform, Außenringen mit sphärischer Mantelfläche, Nadelkränzen und herausnehmbaren Innen­ringen ➤ Bild. Diese Lager gleichen durch ihre Konstruktion Fluchtungsfehler aus, da sich der Außenring mit seiner spärischen Mantelfläche im hohlkugeligen Kunststoff-Stützring bewegen kann ➤ Abschnitt. Aufgrund ihrer Loslagerfunktion können die Lager die Welle in keiner Richtung axial führen.

Einstell-Nadellager ohne Innenring

Lieferbare Bauformen

Einstell-Nadellager gibt es in der Bauform RPNA ➤ Bild.

Für radial besonders raumsparende Lagerungen

Lager ohne Innenring eignen sich sehr gut für niedrige und besonders raumsparende Lagerungen, wenn die Laufbahn auf der Welle gehärtet und geschliffen werden kann ➤ Abschnitt. Wird auf den Innenring verzichtet, kann die Welle dicker und damit auch steifer ausgelegt werden.

Einstell-Nadellager ohne Innenring

Fr = Radiale Belastung


Spanlos geformte Außenhülse


Kunststoff-Stützringe mit hohlkugeliger Innenform


Außenring mit sphärischer Mantelfläche


Nadelkranz

Einstell-Nadellager mit Innenring

Lieferbare Bauformen

Einstell-Nadellager gibt es in der Bauform PNA ➤ Bild.

Lager mit Innenring werden eingesetzt, wenn die Welle nicht als Wälzlagerlaufbahn ausführbar ist.

Axialer Verschiebeweg des Innenrings

Bei Lagern mit Innenring erfolgt die Axialverschiebung der Welle gegenüber dem Gehäuse während der Drehbewegung zwangfrei im Lager zwischen den Nadelrollen und der bordlosen Laufbahn des Innenrings. Der maximale axiale Verschiebeweg s ist in den Produkttabellen angegeben. Treten größere Verschiebungen auf, kann der Standardring durch einen breiteren Innenring der IR ersetzt werden. Inneringe ➤ Link.

Austausch der Innenringe

Bei den Standardlagern sind die Innenringe auf die Hüllkreistoleranz F6 abgestimmt und können innerhalb ihrer Genauigkeitsklasse miteinander vertauscht (gemischt verwendet) werden.

Einstell-Nadellager mit Innenring

Fr = Radiale Belastung

X-life-Premiumqualität

Die hier beschriebenen Radial-Nadellager sind X-life-Lager. Diese Lager zeichnen sich durch eine sehr hohe Tragfähigkeit und lange Lebensdauer aus. Erreicht wird das u. a. durch eine geänderte Innenkonstruktion, die optimierte Kontaktgeometrie zwischen den Nadeln und Laufbahnen, eine höhere Qualität des Stahls und der Wälzkörper, die höhere Ober­flächenqualität und eine angepasste Wärmebehandlung und/oder Beschichtung.

Vorteile

Höherer Kundennutzen durch X-life

Aus den technischen Detailverbesserungen ergeben sich eine Reihe von Vorteilen wie z. B.:

  • eine günstigere Lastverteilung im Lager und damit eine höhere dynamische Belastbarkeit der Lager
  • eine höhere Laufruhe
  • ein reibungsärmerer, energieeffizienterer Lauf
  • eine niedrigere Wärmeentwicklung im Lager
  • höhere mögliche Drehzahlen
  • ein geringerer Schmierstoffverbrauch und dadurch längere Wartungsintervalle
  • eine messbar längere Gebrauchsdauer
  • eine hohe Betriebssicherheit
  • kompakt bauende, umweltfreundliche Lagerungen.

Niedrigere Betriebs­kosten, höhere Maschinenverfügbarkeit

In Summe verbessern diese Vorteile die Gesamtwirtschaftlichkeit der Lagerstelle deutlich und erhöhen damit die Effizienz der Maschine und Anlage nachhaltig.

Nachsetzzeichen XL

X-life-Radial-Nadellager haben das Nachsetzzeichen XL im Kurzzeichen ➤ Bild und ➤ Bild.

Berechnete und im Versuch getestete Lebensdauer – X-life‑Nadellager im Vergleich mit Lagern ohne X-life-Qualität

Lnmr = Modifizierte Referenz­lebensdauer


Lager ohne X-life-Qualität


Berechnete Lebensdauer


Im Versuch getestete Lebensdauer

Anwendungsbereiche

Breites Einsatzspektrum

Aufgrund ihrer besonderen technischen Merkmale eignen sich X-life-Nadellager sehr gut für Lagerungen in:

  • Druckmaschinen
  • der Lebensmittel- und Verpackungsindustrie
  • Kompressoren
  • Flüssigkeits- und Hydraulikpumpen
  • Automotive-Fahrwerken und -Getrieben
  • Industrie-, Eisenbahn- und Windradgetrieben
  • landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Geräten.

X-life steht für eine hohe Produkt-Leistungsdichte und damit für einen besonders großen Kundennutzen.

Belastbarkeit

Die Lager sind reine Radiallager

Radial-Nadellager nehmen durch den Linienkontakt sehr hohe radiale Kräfte auf, sie dürfen jedoch nur rein radial belastet werden. Muss die Lagerstelle auch axiale Kräfte aufnehmen, können die Nadellager beispielsweise mit Axial-Nadellagern AXW kombiniert werden ➤ Bild. Außerdem steht für kombinierte Lasten ein umfangreiches Sortiment an kombinierten Nadellagern zur Verfügung ➤ Link.

Wird die Oberfläche der Wellenlaufbahn nach DIN 617 ausgeführt, müssen die Tragzahlen Cr in den Produkttabellen um 15% verringert werden.

Radial-Nadellager mit Axial-Nadellager kombiniert

Fr = Radiale Belastung

Fa = Axiale Belastung


Nadellager NK


Axial-Nadellager AXW

Ausgleich von Winkelfehlern

Die Lager eignen sich nicht zum Ausgleich von Schief­stellungen der Welle gegenüber dem Gehäuse

Nadellager ohne oder mit Borden am Außenring eignen sich nicht zum Ausgleich von Winkelfehlern. Inwieweit eine Schiefstellung der Welle gegenüber der Gehäusebohrung toleriert werden kann, hängt von Faktoren wie der Konstruktion der Lagerung, der Lagergröße, dem Betriebsspiel, der Belastung ab. Deshalb kann hier kein Richtwert für eine mögliche Schiefstellung angegeben werden. Treten Winkelfehler auf, können Einstell-Nadellager eingesetzt werden ➤ Bild.

Schiefstellungen verursachen auf jeden Fall höhere Laufgeräusche, beanspruchen die Käfige stärker und wirken sich nachteilig auf die Gebrauchsdauer der Lager aus.

Einstell-Nadellager

Einstell-Nadellager gleichen statische Fluchtungsfehler aus

Durch den sphärischen Außenring und den hohlkugeligen Stützring kompensieren Einstell-Lager statische Fluchtungsfehler der Welle gegenüber dem Gehäuse bis 3° ➤ Bild und ➤ Abschnitt. Die Lager dürfen jedoch nicht zur Aufnahme von Schwenk- und Taumelbewegungen eingesetzt werden. Bei der Einstellbewegung zwischen der Außenhülse und dem Laufring tritt ein Losbrechmoment auf. Zur Einstellbewegung müssen die Toleranzen für die Gehäusebohrung eingehalten werden ➤ Tabelle.

Ausgleich von Fluchtungsfehlern


Sphärischer Außenring


Hohlkugeliger Stützring

Schmierung

Nadellager ohne oder mit Borden am Außenring

Befettete Lager

Die abgedichteten Lager sind mit einem hochwertigen Lithiumkomplex­seifenfett nach GA08 befettet. Zum Nachschmieren eignet sich Arcanol Load150. Dazu hat der Außenring eine Schmierbohrung und eine Schmiernut ➤ Abschnitt.

Befettete Lager vor dem Einbau nicht auswaschen. Erfolgt der Einbau mit thermischen Werkzeugen, sollen die Lager mit Rücksicht auf die Fettfüllung und den Dichtungswerkstoff nicht höher als auf +80 °C erwärmt werden. Sind höhere Anwärmtemperaturen notwendig, ist zu beachten, dass die zulässigen Fett- und Dichtungs-Temperaturobergrenzen nicht überschritten werden. Zum Anwärmen empfiehlt Schaeffler Induktions-Anwärmgeräte ➤ Link.

Nicht befettete Lager

Offene Lager sind nicht befettet. Diese müssen mit Öl oder Fett geschmiert werden.

Verträglichkeit mit Kunststoffkäfigen

Werden Lager mit Kunststoffkäfig verwendet, ist sicherzustellen, dass beim Einsatz von Syntheseölen oder Schmierfetten auf Syntheseölbasis sowie bei Schmierstoffen mit einem hohen Anteil an EP‑Zusätzen die Verträglichkeit des Schmierstoffs mit dem Käfigmaterial gegeben ist.

Ölwechselfristen einhalten

Gealtertes Öl und im Öl enthaltene Additive können bei höheren Temperaturen die Gebrauchsdauer der Kunststoffe beeinträchtigen. Vorgegebene Ölwechselfristen müssen deshalb unbedingt eingehalten werden.

Bestehen Unsicherheiten darüber, ob der gewählte Schmierstoff für die Anwendung geeignet ist, bitte bei Schaeffler bzw. beim Schmierstoffhersteller rückfragen.

Abdichtung

Die Lager sind offen oder abgedichtet

Nadellager gibt es in nicht abgedichteter Ausführung nach DIN 617:2008 bzw. ISO 3245:2015 und abgedichtet nach DIN 617:2008.

Abgedichtete Lager

Integrierte Dichtungen sind besonders bauraum­sparend

Die berührenden Dichtungen schützen bei normalen Betriebsbedingungen vor Schmutz, Spritzwasser und dem Verlust von Schmierstoff. Solche in das Lager integrierte Dichtungen sind eine bauraumsparende, zuverlässige, bewährte und wirtschaftliche Abdichtungslösung ➤ Bild und ➤ Bild. Als Dichtungswerkstoff wird der ölbeständige und verschleißfeste Elastomerwerkstoff NBR eingesetzt. Die Dicht­lippen liegen mit definiertem Anpressdruck an der geschliffenen Gleitfläche an.

Nicht abgedichtete Lager

Abdichtung in der Anschlusskonstruktion vorsehen

Bei nicht abgedichteten Lagern muss die Abdichtung der Lagerstelle in der Anschlusskonstruktion erfolgen. Diese muss zuverlässig verhindern, dass:

  • Feuchtigkeit und Verunreinigungen in das Lager gelangen
  • Schmierstoff aus dem Lager austritt.

Die Dichtringe dürfen nicht als Anlauffläche für den Käfig genutzt werden, da diese dadurch beschädigt werden und damit ihre Dichtfunktion nicht mehr erfüllen können.

Abdichtung der Lagerstelle mit einem Dichtring G

Wirkungsvolle Dicht­elemente zur Abdichtung offener Lager

Lagerstellen mit offenen Nadellagern können kostengünstig mit den Dichtringen G abgedichtet werden. Die Dichtringe sind als berührende Dichtungen ausgeführt und werden vor dem Lager angeordnet ➤ Bild. Sie eignen sich für Umfangsgeschwindigkeiten an der Lauffläche bis 10 m/s und schützen die Lagerstelle sicher vor Verunreinigungen, Spritzwasser und übermäßigem Verlust von Schmierfett. Die Dichtringe sind auf die geringen radialen Abmessungen der Nadellager abgestimmt. Sie sind sehr montagefreundlich, da sie einfach in die Gehäusebohrung gepresst werden.

Abdichtung der Lagerstelle mit einem Dichtring G


Nadellager mit Borden am Außenring, offen


Dichtring G

Drehzahlen

Grenz- und Bezugs­drehzahlen in den Produkttabellen

In den Produkttabellen sind für die Lager im Allgemeinen zwei Drehzahlen angegeben:

  • die kinematische Grenzdrehzahl nG
  • die thermische Bezugsdrehzahl nϑr.

Grenzdrehzahlen

Die Grenzdrehzahl nG ist die kinematisch zulässige Drehzahl des Lagers. Sie darf auch bei günstigen Einbau- und Betriebsbedingungen nicht ohne vorherige Rücksprache mit Schaeffler überschritten werden ➤ Link.

Die in den Produkttabellen angegebenen Werte gelten gilt bei nicht abgedichteten Lagern für Ölschmierung und bei werkseitig befetteten, abgedichteten Lagern für Fettschmierung.

Werte bei Fettschmierung

Für Einstell-Nadellager sind bei Fettschmierung 60% des in den Produkt­tabellen angegebenen Wertes zulässig.

Bezugsdrehzahlen

nϑr dient zur Berechnung von nϑ

Die thermische Bezugsdrehzahl nϑr ist keine anwendungsbezogene Drehzahlgrenze, sondern eine rechnerische Hilfsgröße zur Ermittlung der thermisch zulässigen Betriebsdrehzahl nϑ ➤ Link.

Lager mit berührenden Dichtungen

Für Lager mit berührenden Dichtungen sind nach DIN ISO 15312:2004 keine Bezugsdrehzahlen definiert. In den Produkttabellen ist für diese Lager deshalb nur die Grenzdrehzahl nG angegeben.

Geräusch

Schaeffler Geräuschindex

Der Schaeffler Geräuschindex (SGI) ist für diese Lagerart noch nicht verfügbar ➤ Link. Die Einführung und Aktualisierung der Daten für diese Baureihen erfolgt sukzessiv.

Temperaturbereich

Limitierende Größen

Die Betriebstemperatur der Lager ist begrenzt durch:

  • die Maßstabilität der Lagerringe und Wälzkörper
  • den Käfig
  • den Schmierstoff
  • die Dichtungen.

Mögliche Betriebstemperaturen der Nadellager mit Borden ➤ Tabelle.

Zulässige Temperaturbereiche

Betriebs­temperatur

Nadellager mit oder ohne Borde, Einstell-Nadellager

offene Lager

abgedichtete Lager, Einstell-Nadellager

mit Kunststoffkäfig

–30 °C bis +120 °C

–20 °C bis +100 °C

begrenzt durch den Schmierstoff, den Dichtungswerkstoff und den Stützring aus Kunststoff

–20 °C bis +120 °C

Sind Temperaturen zu erwarten, die außerhalb der angegebenen Werte liegen, bitte bei Schaeffler rückfragen.

Käfige

Standard sind Massiv­käfige aus Polyamid PA66 sowie Stahlblech

Die Standardkäfige sind aus Stahlblech oder Kunststoff (Polyamid PA66). Lager mit Kunststoffkäfig haben das Nachsetzzeichen TV. Einstell-Nadel­lager sind mit Käfigen aus Stahlblech bestückt.

Lagerluft

Radiale Lagerluft

Standard ist CN

Nadellager mit Innenring werden serienmäßig mit der radialen Lagerluft CN (normal) gefertigt ➤ Tabelle. CN wird im Kurzzeichen nicht angegeben.

Bei Lagern mit Borden am Außenring sind bestimmte Abmessungen auf Anfrage auch mit der größeren Lagerluft C3 lieferbar.

Die Werte der radialen Lagerluft bei Lagern mit Innenring entsprechen DIN 620‑4:2004 (ISO 5753‑1:2009) ➤ Tabelle. Sie gelten für Lager im unbe­lasteten, messkraftfreien Zustand (ohne elastische Deformation).

Lager mit Innenring

Radiale Lagerluft von Nadellagern mit Innenring

Nenndurchmesser
der Bohrung

Radiale Lagerluft

d

CN
(Group N)

C3
(Group 3)

mm

μm

μm

über

bis

min.

max.

min.

max.

24

20

45

35

60

24

30

20

45

35

60

30

40

25

50

45

70

40

50

30

60

50

80

50

65

40

70

60

90

65

80

40

75

65

100

80

100

50

85

75

110

100

120

50

90

85

125

120

140

60

105

100

145

Fortsetzung ▼

Radiale Lagerluft von Nadellagern mit Innenring

Nenndurchmesser
der Bohrung

Radiale Lagerluft

d

CN
(Group N)

C3
(Group 3)

mm

μm

μm

über

bis

min.

max.

min.

max.

140

160

70

120

115

165

160

180

75

125

120

170

180

200

90

145

140

195

200

225

105

165

160

220

225

250

110

175

170

235

250

280

125

195

190

260

280

315

130

205

200

275

315

355

145

225

225

305

355

400

190

280

280

370

400

450

210

310

310

410

450

500

220

330

330

440

Fortsetzung ▲

Hüllkreisdurchmesser Fw bei Lagern ohne Innenring

Für Lager ohne Innenring ist der Hüllkreisdurchmesser maßgebend

Für Lager ohne Innenring ist anstelle der radialen Lagerluft das Maß des Hüllkreisdurchmesser Fw maßgebend. Der Hüllkreis ist der innere Begrenzungskreis der Nadelrollen bei spielfreier Anlage an der Außenlaufbahn. Im nicht eingebauten Zustand der Lager liegt der Hüllkreis Fw in der Toleranzklasse F6. Abmaße ➤ Tabelle.

Abmaße des Hüllkreisdurchmessers

Hüllkreisdurchmesser Fw

Toleranzklasse F6

Toleranzklasse F8

mm

Toleranz des Hüllkreisdurchmessers Fw

oberes
Abmaß

unteres
Abmaß

oberes
Abmaß

unteres
Abmaß

über

bis

μm

μm

μm

μm

3

6

+18

+10

+28

+10

6

10

+22

+13

+35

+13

10

18

+27

+16

+43

+16

18

30

+33

+20

+53

+20

30

50

+41

+25

+64

+25

50

80

+49

+30

+76

+30

80

120

+58

+36

+90

+36

120

180

+68

+43

+106

+43

180

250

+79

+50

+122

+50

250

315

+88

+56

+137

+56

315

400

+98

+62

+151

+62

400

500

+108

+68

+165

+68


Lager ohne Borde am Außenring

Soll der Hüllkreis in der Toleranzklasse F6 liegen, darf die Paarung Außenring/Nadelkranz (Lieferausführung) beim Einbau der Lager nicht mit Teilen anderer Paarungen vertauscht werden.

Abmessungen, Toleranzen

Abmessungsnormen

Die Hauptabmessungen der Nadellager entsprechen ISO 15:2017. Die Hauptabmessungen der Bauformen RNA48, NA48, RNA49, NA49, RNA69, NA69 entsprechen DIN 617:2008 und ISO 1206:2001.

Kantenabstände

Die Grenzmaße für Kantenabstände entsprechen DIN 620‑6:2004. Die maximalen Kantenabstände der Innenringe nach DIN 620‑6:2004 sind zu berücksichtigen. Übersicht und Grenzwerte ➤ Abschnitt.

Toleranzen

Die Toleranzen für die Maß- und Laufgenauigkeit der Nadellager entsprechen ISO 492:2014. Davon ausgenommen sind die Bauformen RNA48, NA48, RNA49, NA49, RNA69, NA69 sowie die Einstell-Nadellager, die Maß- und Lauftoleranzen dieser Lager entsprechen ISO 1206:2001. Nadellager mit Borden sind auf Anfrage mit höherer Maß- Form- und Laufgenauigkeit (Nachsetzzeichen P5) lieferbar. Ausgenommen davon sind der Außendurchmesser und die Breite der Außenhülse bei den Einstell-Nadellagern. Die Toleranz der Breite ist hier ±0,5 mm.

Nachsetzzeichen

Die Bedeutung der in diesem Kapitel verwendeten Nachsetzzeichen zeigt ➤ Tabelle sowie medias interchange http://www.schaeffler.de/std/1B69.

Nachsetzzeichen und ihre Bedeutung

Nachsetzzeichen

Bedeutung der Nachsetzzeichen

ASR1

Schmierbohrung und Schmiernut im Außenring, abhängig von der Baugröße

Standard

C3

Radialluft C3 (größer als normal)

Sonderausführung, auf Anfrage

D

Lager mit verbessertem Stahlkäfig für Downsizing­option

Standard

IS1

Schmierbohrung im Innenring, abhängig von
der Baugröße

Standard

P5

Lager mit hoher Maß-, Form- und Laufgenauigkeit

Sonderausführung, auf Anfrage

RSR

einseitig berührende Dichtung (Lippendichtung)

Standard

TV

Lager mit Käfig aus glasfaserverstärktem Polyamid PA66

Standard

TW

Lager mit Käfig aus glasfaserverstärktem Polyamid PA66 und zwei kurzen Nadeln pro Käfig­tasche

auf Anfrage

XL

X-life-Lager

Standard

ZW

zweireihig, abhängig von der Baugröße

Standard

2RSR

beidseitig berührende Dichtung (Lippendichtung)

Standard

Aufbau der Lagerbezeichnung

Beispiele zur Bildung der Lagerbezeichnung

Die Bezeichnung der Lager folgt einem festgelegten Schema. Beispiele ➤ Bild bis ➤ Bild. Für die Bildung der Kurzzeichen gilt teilweise DIN 623-1 ➤ Bild.

Einreihiges Nadellager mit Borden am Außenring, ohne Innenring, offen: Aufbau des Kurzzeichens

Einreihiges Nadellager mit Borden am Außenring, ohne Innenring, beidseitig abgedichtet: Aufbau des Kurzzeichens

Zweireihiges Nadellager ohne Borde am Außenring, ohne Innenring, offen: Aufbau des Kurzzeichens

Einstell-Nadellager mit Innenring: Aufbau des Kurzzeichens

Dimensionierung

Dynamische äquivalente Lagerbelastung

P = Fr bei rein radialer Belastung konstanter Größe und Richtung

Die zur Dimensionierung dynamisch beanspruchter Lager verwendete Lebensdauer-Grundgleichung L = (Cr/P)p setzt eine Belastung konstanter Größe und Richtung voraus. Bei Radiallagern ist das eine rein radiale Belastung Fr. Ist dies gegeben, wird in die Lebensdauergleichung für P die Lagerbelastung Fr eingesetzt (P = Fr) ➤ Formel.

Nadellager und Einstell-Nadellager sind Loslager und dürfen nur radial belastet werden.

Dynamische äquivalente Belastung

Legende

P N

Dynamische äquivalente Lagerbelastung

Fr N

Radiale Belastung

Statische äquivalente Lagerbelastung

Werden die Nadellager statisch belastet, gilt ➤ Formel.

Statische äquivalente Belastung

Legende

P0 N

Statische äquivalente Lagerbelastung

F0r N

Größte auftretende radiale Belastung (Maximalbelastung)

Statische Tragsicherheit

S0 = C0/P0

Neben der nominellen Lebensdauer L (L10h) ist immer auch die statische Tragsicherheit S0 zu überprüfen ➤ Formel.

Statische Tragsicherheit

Legende

S0 -

Statische Tragsicherheit

C0 N

Statische Tragzahl

P0 N

Statische äquivalente Lagerbelastung

Mindestbelastung

Um Schlupfschäden zu vermeiden, ist eine radiale Mindestbelastung von P > C0r/60 notwendig

Damit zwischen den Kontaktpartnern kein Schlupf auftritt, müssen die Nadellager stets ausreichend hoch belastet sein. Erfahrungsgemäß ist dazu eine radiale Mindestbelastung in der Größenordnung von P > C0r/60 erforderlich. In den meisten Fällen ist die Radiallast allerdings durch das Gewicht der gelagerten Teile und die äußeren Kräfte schon höher als die erforderliche Mindestbelastung.

Ist die radiale Mindestbelastung niedriger als oben angegeben, bitte bei Schaeffler rückfragen.

Gestaltung der Lagerung

Lagerringe auf ganzem Umfang und ganzer Breite abstützen

Damit die Tragfähigkeit der Lager voll genutzt werden kann und die geforderte Lebensdauer erreicht wird, müssen die Lagerringe durch Auflage­flächen auf ihrem ganzen Umfang und über die volle Laufbahnbreite fest und gleichmäßig abgestützt werden. Die Abstützung ist als zylindrische Sitzfläche ausführbar. Die Sitz- und Auflageflächen sollen nicht durch Nuten, Bohrungen oder sonstige Ausnehmungen unterbrochen sein. Die Genauigkeit der Gegenstücke muss bestimmten Anforderungen entsprechen ➤ Tabelle und ➤ Tabelle.

Radiale Befestigung

Zu sicheren radialen Befestigung sind feste Passungen notwendig

Nadellager mit Innenring werden radial durch Passungen auf der Welle und im Gehäuse befestigt. Neben der ausreichenden Abstützung der Ringe müssen die Lager auch radial sicher befestigt werden, damit die Lagerringe auf den Gegenstücken unter Last nicht „wandern“. Das geschieht im Allgemeinen durch feste Passungen zwischen den Lagerringen und den Gegenstücken. Werden die Ringe nicht ausreichend oder fehlerhaft befestigt, kann dies zu schweren Schäden an den Lagern und angrenzenden Maschinenteilen führen. Bei der Wahl der Passungen sind Einflussgrößen wie Umlaufverhältnisse, die Höhe der Belastung, die Lagerluft, Temperaturverhältnisse, die Ausführung der Gegenstücke, Ein- und Ausbaumöglichkeiten usw. zu berücksichtigen.

Treten stoßartige Belastungen auf, sind feste Passungen (Übergangs- oder Übermaßpassung) notwendig, damit sich die Ringe zu keinem Zeitpunkt lockern. Zu Spiel-, Übergangs- oder Übermaßpassung ➤ Tabelle und ➤ Tabelle.

Bei der Gestaltung der Lagerung sind die folgenden Angaben aus den technischen Grundlagen zu berücksichtigen:

Axiale Befestigung – Befestigungsarten

Die Lager müssen auch in axialer Richtung sicher festgelegt sein

Da eine feste Passung allein meist nicht ausreicht, die Lagerringe auf der Welle und in der Gehäusebohrung auch in axialer Richtung sicher fest­zulegen, muss dies in der Regel durch eine zusätzliche axiale Befestigung bzw. Sicherung erfolgen. Die axiale Fixierung der Lagerringe ist auf die Art der Lageranordnung abzustimmen. Geeignet sind prinzipiell Wellen- und Gehäuseschultern, Gehäusedeckel, Muttern, Abstandsringe, Sicherungsringe usw. ➤ Bild und ➤ Bild.

Axiale Sicherung der Lagerringe bei Lagern mit Borden am Außenring


Sicherungsring

Axiale Sicherung der Lagerringe bei Lagern ohne Borde am Außenring


Sicherungsring


Anlaufscheibe

Axiale Führung der Nadelkränze bei Lagern ohne Borde am Außenring

Die Nadelkränze müssen durch seitliche gratfreie Anlaufflächen axial geführt. Die Anlaufflächen für den Käfig sind feinbearbeitet (Ra 2) und verschleißfest auszuführen. In den Produkttabellen sind das Größtmaß des Radius ra, die Durchmesser der Anlageschultern da, Da und das Maß db, Db für die axiale Führung des Nadelkranzes angegeben.

Toleranzen der Gehäusebohrung für Einstell-Nadellager

Toleranzklassen und Oberflächenausführung für das Gehäuse, abhängig vom Werkstoff – für Einstell-Nadellager

Gehäuse­werkstoff

Bohrungs­toleranz nach ISO 286-2

Rundheits­toleranz

Parallelitäts­toleranz

empfohlener Mittenrauwert

Ramax (Rzmax)

max.

max.

μm

Stahl oder Gusseisen

N6 Ⓔ

IT5/2

IT5/2

0,8 (4)

Leichtmetall

R6 Ⓔ

IT5/2 IT5/2 0,8 (4)

Maß-, Form- und Laufgenauigkeit für zylindrische Lagersitze

Für den Wellensitz mindestens IT6, für den Gehäusesitz mindestens IT7 vorsehen

Die Genauigkeit des zylindrischen Lagersitzes auf der Welle und im Gehäuse soll der Genauigkeit des eingesetzten Lagers entsprechen. Bei Nadellagern mit Borden mit der Toleranzklasse Normal soll der Wellensitz mindestens dem Grundtoleranzgrad IT6, der Gehäusesitz mindestens IT7 entsprechen. Richtwerte für die Form- und Lagetoleranzen der Lagersitz­flächen ➤ Tabelle, Toleranzen t1 bis t3 entsprechend ➤ Bild. Zahlenwerte für die IT-Qualitäten ➤ Tabelle.

Richtwerte für die Form- und Lagetoleranzen der Lagersitzflächen

Toleranzklasse
der Lager

Lager-
­sitz­fläche

Grundtoleranzgrade nach ISO 286-1
(IT-Qualitäten)

nach ISO 492

nach DIN 620

Durch­messer­toleranz

Rund­heits­toleranz

Paralle­litäts­toleranz

Gesamt­-planlauf-
­toleranz
der Anlage­schulter

t1

t2

t3

Normal

PN (P0)

Welle

IT6 (IT5)

Umfangs­last

IT4/2

Umfangs­last

IT4/2

IT4

Punkt­last

IT5/2

Punkt­last

IT5/2

IT4
Normal PN (P0)

Gehäuse

IT7 (IT6)

Umfangs­last

IT5/2

Umfangs­last

IT5/2

IT5

Punkt­last

IT6/2

Punkt­last

IT6/2

IT5
- P5 Welle IT5 Umfanglast
IT2/2
Umfanglast
IT2/2
IT2
Punktlast
IT3/2
Punktlast
IT3/2
IT2
- P5 Gehäuse IT6 Umfanglast
IT3/2
Umfanglast
IT3/2
IT3
Punktlast
IT4/2
Punktlast
IT4/2
IT3

Zahlenwerte für ISO-Grund­toleranzen (IT-Qualitäten) nach ISO 286-1:2010

IT-Qualität

Nennmaß in mm

über

3

6

10

18

30

50

 80

120

180

250

315

400

bis

6

10

18

30

50

80

120

180

250

315

400

500

Werte in μm

IT2

1,5

1,5

2

2,5

2,5

3

4

5

7

8

9

10

IT3

2,5

2,5

3

4

4

5

6

8

10

12

13

15

IT4

4

4

5

6

7

8

10

12

14

16

18

20

IT5

5

6

8

9

11

13

15

18

20

23

25

27

IT6

8

9

11

13

16

19

22

25

29

32

36

40

IT7

12

15

18

21

25

30

35

40

46

52

57

63

Rauheit zylindrischer Lagersitzflächen

Ra darf nicht zu groß sein

Die Rauheit der Lagersitze ist auf die Toleranzklasse der Lager abzustimmen. Der Mittenrauwert Ra darf nicht zu groß werden, damit der Übermaßverlust in Grenzen bleibt. Die Wellen müssen geschliffen, die Bohrungen feingedreht werden. Richtwerte in Abhängigkeit von der IT‑Qualität der Lagersitzflächen ➤ Tabelle.

Rauheitswerte für zylindrische Lagersitzflächen – Richtwerte

Nenndurchmesser
des Lagersitzes

d (D)

empfohlener Mittenrauwert
für geschliffene Lagersitze

Ramax

mm

μm

Durchmessertoleranz (IT-Qualität)

über

bis

IT7

IT6

IT5

IT4

80

1,6

0,8

0,4

0,2

80

500

1,6

1,6

0,8

0,4

Anschlussmaße

Die Anlageflächen für die Ringe müssen ausreichend hoch sein

Die Anschlussmaße von Wellen- und Gehäuseschultern, Abstandsringen usw. müssen sicherstellen, dass die Anlageflächen für die Lagerringe ausreichend hoch sind. Sie müssen jedoch auch zuverlässig verhindern, dass umlaufende Teile des Lagers an feststehenden Teilen anstreifen. Die Anlageschultern (Welle, Gehäuse) sind rechtwinklig zur Lagerachse auszuführen.

Der Übergang von der Lagersitzstelle zur Anlageschulter ist mit einer Rundung nach DIN 5418 oder einem Freistich nach DIN 509 zu gestalten.

Kantenabstände

Die Kantenabstände r sind in den Produkttabellen angegeben. Diese Maße sind Grenzmaße (Kleinstmaße); sie dürfen nicht unterschritten werden. Die Überdeckung zwischen den Sprengringen und Stirn­flächen der Lagerringe muss ausreichend groß gewählt werden.

Laufbahn für Lager ohne Innenring (Direktlagerung)

Laufbahn als Wälzlagerlaufbahn ausführen

Für Nadellager ohne Innenring muss die Wälzkörperlaufbahn auf der Welle gehärtet und geschliffen sein. Toleranzen und Oberflächenausführungen zeigt ➤ Tabelle. Die Oberflächenhärte der Laufbahn muss 670 HV bis 840 HV betragen, die Härtetiefe CHD oder SHD ausreichend tief sein.

Die Tabellenwerte gelten für Gehäusetoleranzen bis K7 Ⓔ. Bei engeren Bohrungen ist das Betriebsspiel durch Berechnung oder Messung zu überprüfen.

Toleranzklassen und Oberflächenausführung der Laufbahnen für Nadellager ohne Innenring

Wellen­durchmesser

Wellentoleranz1)

Gestaltung der Laufbahn

Rund­heits-
toleranz

Paral­lelitäts-
toleranz

empfohlener
Mittenrauwert

Nennmaß

Betriebsspiel

Ramax (Rzmax)

mm

über

bis

klein

normal

groß

max.

max.

μm

65

k5

h5

g6

IT3

IT3

0,1 (0,4)

65

80

k5

h5

f6

0,1 (0,4)

80

120

k5

g5

f6

0,15 (0,63)

120

160

k5

g5

f6

0,2 (1)

160

180

k5

g5

e6

0,2 (1)

180

200

j5

g5

e6

0,2 (1)

200

250

j5

f6

e6

0,2 (1)

250

315

h5

f6

e6

0,2 (1)

315

415

g5

f6

d6

0,2 (1)
  1. Es gilt die Hüllbedingung Ⓔ.

Wellenlaufbahn nach DIN 617

Wird die Oberfläche der Wellenlaufbahn nach DIN 617 ausgeführt, müssen die Tragzahlen Cr in den Produkttabellen um 15% verringert werden ➤ Abschnitt.

Stähle für die Laufbahn

Durchhärtende Stähle

Als Werkstoffe für die Wälzlagerlaufbahn bei Direktlagerung sind durchhärtende Stähle nach ISO 683-17 (wie 100Cr6) geeignet. Diese Stähle können auch randschichtgehärtet werden.

Einsatzstähle

Einsatzstähle müssen DIN EN ISO 683-17 (wie 17MnCr5, 18CrNiMo7-6) oder EN 10084 (wie 16MnCr5) entsprechen.

Stähle für induktive Randschichthärtung

Für Flamm- und Induktionshärtung sind Stähle nach DIN EN ISO 683-17 (wie C56E2, 43CrMo4) oder DIN 17212 (wie Cf53) zu verwenden.

Laufbahnhärte geringer als 670 HV

Wenn die Laufbahn zwar den Anforderungen an Wälzlagerwerkstoffen entspricht, die Laufbahnhärte jedoch geringer als 670 HV ist, dann darf die Lagerung nicht mit der vollen Tragfähigkeit des Lagers belastet werden. Zur Ermittlung der dynamischen und statischen Belastbarkeit der Lagerung ist die dynamische Tragzahl C der Lager mit dem Minderungsfaktor fH (dynamischer Härtefaktor) und die statische Tragzahl C0r mit dem Minderungsfaktor fH0 (statischer Härtefaktor) zu multiplizieren ➤ Bild und ➤ Bild.

Dynamischer Härtefaktor bei Minderhärte der Laufbahnen/ Wälzkörper

fH = Dynamischer Härtefaktor

HV, HRC = Oberflächenhärte

Statischer Härtefaktor bei Minderhärte der Laufbahnen/ Wälzkörper

fH0 = Statischer Härtefaktor

HV, HRC = Oberflächenhärte

Ermittlung der Einsatzhärtungs-Härtetiefe

Näherungswert zur Einsatzhärtungs-Härtetiefe

Einen Näherungswert zur Festlegung der Mindesthärtetiefe liefert ➤ Formel. Als Bezugsgröße für die vorliegende Beanspruchung dient die vom Wälzkörperdurchmesser Dw und von der Beanspruchungshöhe abhängige Vergleichsspannung nach der Gestaltänderungsenergiehypothese (GEH).

Einsatzhärtungs-Härtetiefe

Legende

CHD mm

Einsatzhärtungs-Härtetiefe (Case Hardening Depth)

Dw mm

Wälzkörperduchmesser

Die lokale Härte muss stets über der lokal erforderlichen Härte liegen, die aus der Vergleichsspannung berechnet werden kann.

Ermittlung der Einhärtungs-Härtetiefe

Bei diesen Oberflächen-Härteverfahren sind zur Festlegung der erforder­lichen Härtetiefe die Belastung und die Kontaktgeometrie zu berücksichtigen.

Für die Berechnung der Einhärtungs-Härtetiefe SHD gilt ➤ Formel:

Einhärtungs-Härtetiefe

Legende

SHD mm

Einhärtungs-Härtetiefe (Surface Hardening Depth)

Dw mm

Wälzkörperduchmesser

Rp0,2 N/mm2

Streckgrenze des Grundwerkstoffs

Ein- und Ausbau

Die Ein- und Ausbaumöglichkeiten der Nadellager mit Borden mit thermischen, hydraulischen oder mechanischen Verfahren sind bereits bei der Gestaltung der Lagerstelle zu berücksichtigen.

Einstell-Nadellager

Montage mit Einpressdorn

Durch die spanlos gefertigte Außenhülse sollen die Lager mit einem speziellen Einpressdorn montiert werden ➤ Link. Die beschriftete Seite des Lagers soll am Bund des Dorns anliegen. Ein am Dorn angebrachter Rundschnurring hält das Lager sicher auf dem Dorn.

Schaeffler-Montagehandbuch

Wälzlager sehr sorgfältig behandeln

Wälzlager sind vielfach bewährte Präzisions-Maschinenelemente zur Gestaltung wirtschaftlicher, zuverlässiger und betriebssicherer Lagerungen. Damit diese Produkte ihre Funktion einwandfrei erfüllen und die vorgesehene Gebrauchsdauer ohne Beeinträchtigung erreichen, müssen sie sorgfältig behandelt werden.

Das Schaeffler-Montagehandbuch MH 1 informiert umfassend über die sachgemäße Lagerung, Montage, Demontage und Wartung rotatorischer Wälzlager http://www.schaeffler.de/std/1B68. Daneben enthält es Angaben, die der Konstrukteur für den Ein‑ und Ausbau und die Wartung der Lager schon bei der Gestaltung der Lagerstelle beachten muss. Das Buch liefert Schaeffler auf Anfrage.

Rechtshinweis zur Datenaktualität

Die Weiterentwicklung der Produkte kann auch zu technischen Änderungen an Katalogprodukten führen

Im Mittelpunkt des Interesses von Schaeffler stehen die Optimierung und die Weiterentwicklung seiner Produkte und die Zufriedenheit seiner Kunden. Damit Sie sich als Kunde bestmöglich über diesen Fortschritt und den aktuellen technischen Stand der Produkte informieren können, veröffentlichen wir Produktänderungen gegenüber der gedruckten Ausgabe in unserem elektronischen Produktkatalog.

Änderungen der Angaben und Darstellungen dieses Katalogs behalten wir uns daher vor. Dieser Katalog gibt den Stand bei Drucklegung wieder. Neuere Veröffentlichungen unsererseits (in Printmedien oder digital) gehen automatisch diesem Katalog vor, soweit sie dasselbe Thema betreffen. Bitte prüfen Sie daher stets über unseren elektronischen Produktkatalog, ob aktuellere Informationen oder Änderungshinweise für Ihr gewünschtes Produkt verfügbar sind.

Weiterführende Informationen

Bei der Auslegung einer Lagerung sind neben den Angaben in diesem Kapitel auch folgende Kapitel in den technischen Grundlagen zu beachten: