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Lagergehäuse

Grundlagen

Gehäusekonzepte

Standardgehäuse

FAG-Standardgehäuse werden nach ihrem grundlegenden Aufbau unterteilt in:

  • Geteilte Stehlagergehäuse
  • Ungeteilte Stehlagergehäuse
  • Spannlagergehäuse
  • Flanschlagergehäuse.

Geteilte Stehlagergehäuse

Bei geteilten Stehlagergehäusen ist der Gehäusekörper geteilt in Gehäuseober- und -unterteil. Dadurch werden Montage und Wartung deutlich vereinfacht. Die beiden Hälften eines Gehäuses gehören paarweise zusammen und dürfen nicht vertauscht werden.

Ungeteilte Stehlagergehäuse

Bei ungeteilten Stehlagergehäusen ist der Gehäusekörper einteilig, wodurch der Lagersitz frei von Trennfugen ist. Die Gehäuse werden dort eingesetzt, wo höchste Beanspruchungen für die Lager vorliegen.

Zu den ungeteilten Stehlagergehäusen gehören auch die Stehlagereinheiten VRE3. Diese werden als komplett montierte und befettete Lagerungseinheiten angeboten, bestehend aus Gehäuse, Dichtung, Lagern und Welle.

Spannlagergehäuse

Spannlagergehäuse SPA wurden speziell für Spanntrommellagerungen in Gurtförderanlagen entwickelt. Die Gehäuse sind ungeteilt. Für den Anschluss an die Spannvorrichtung ist eine gabelförmig ausgebildete Zugöse angebracht.

Flanschlagergehäuse

Flanschlagergehäuse haben einen Flansch senkrecht zur Wellenachse und bieten damit für zahlreiche Maschinen und Anlagen, bei denen der Einbau von Stehlagergehäusen zu aufwendig wäre, die ideale Anschlusskonstruktion.

Spezialgehäuse

Besondere Anforderungen

Spezialgehäuse kommen zum Einsatz, wenn in besonders anspruchs­vollen Anwendungen nicht mehr alle Anforderungen durch Standard­gehäuse abgedeckt werden können. Dabei geht es sowohl um spezielle Industrieanwendungen als auch um Anwendungen aus dem Bereich Schienenverkehr.

Kundenspezifische Entwicklung

Die Entwicklung von Spezialgehäusen erfolgt in enger Kooperation und Abstimmung mit dem Kunden. Schaeffler nutzt dabei sein umfassendes Know-how in der Wälzlagertechnik, um jedes Gehäuse optimal auf den Anwendungsfall abzustimmen. Weitere Informationen zu Spezialgehäusen enthält der Katalog GK 1 http://www.schaeffler.de/std/1B63.

Fest- und Loslagerkonzepte

Unterschiedliche Konzepte je nach Gehäusebaureihe

Um sowohl Festlagerungen als auch Loslagerungen realisieren zu können, wird bei jeder Gehäusebaureihe eines der folgenden Konzepte angewandt:

  • Gehäuse in Fest- und Loslagerausführung
  • Gehäuse mit Festringen.

Einen Sonderfall bilden die ungeteilten Stehlagergehäuse VR3, bei denen zwei Lagerstellen in einem Gehäuse integriert sind. Es können komplette Stehlagereinheiten VRE3 bestellt werden, die je nach Ausführung eine Fest-Loslagerung, eine angestellte Lagerung oder eine schwimmende Lagerung beinhalten.

Gehäuse in Fest- und Loslagerausführung

Bei diesem Gehäusekonzept zur Realisierung von Fest- oder Loslagerung muss das Gehäuse je nach Bedarf in einer Festlagerausführung oder einer Loslagerausführung bestellt werden. Dies gilt für die Gehäuse RLE, KPG, KPGZ, LOE, BND und SPA.

Variation der Deckel

Bei der Festlagerausführung werden die Lager zwischen den Deckeln der Gehäuse axial eingespannt ➤ Bild. Bei der Loslagerausführung haben die Deckel kürzere Zentrieransätze. Dadurch kann sich das Lager axial verschieben ➤ Bild.

Gehäuseausführung ist Teil des Kurzzeichens

Bei der Bestellung wird durch das Kurzzeichen angegeben, ob das Gehäuse in Fest- oder in Loslagerausführung geliefert werden soll.

Gehäuse in Festlagerausführung


Zentrieransätze der Deckel fixieren das Lager axial

Gehäuse in Loslager-ausführung


Lager axial verschiebbar

Gehäuse mit Festringen

Bei diesem Gehäusekonzept zur Realisierung von Fest- oder Loslagerung gibt es als Zubehör Festringe, mit denen die Festlagerfunktion eingestellt wird ➤ Bild. Dies gilt für die Gehäuse SNV, SNS, S30, SAF und F5.

Variation der Anzahl der Festringe

Bei diesen Gehäusen sind die Lagersitze so gestaltet, dass das Lager axial verschiebbar ist und dadurch als Loslager wirkt, wenn keine Festringe eingelegt sind ➤ Bild. Durch das Einlegen von Festringen werden die Lager axial fixiert. Die Festringe werden in der Regel zu beiden Seiten des Lagers ins Gehäuse eingelegt. Meist ist eine gerade Anzahl von Festringen vorgegeben, wodurch ein mittiger Sitz des Lagers im Gehäuse erreicht wird. In einigen Fällen ist ein einziger Festring ausreichend.

Festringe sind separat zu bestellen

Die erforderliche Anzahl von Festringen kann den Produkttabellen entnommen werden. Festringe müssen separat bestellt werden.

Festlagerung, durch eingelegte Festringe


Festringe fixieren das Lager axial

Loslagerung, keine Festringe eingelegt


Lager axial verschiebbar

Werkstoffe

Standardwerkstoffe

Bei FAG-Standardgehäusen wird je nach Gehäusebaureihe Grauguss, Sphäroguss oder Stahlguss als Standardwerkstoff verwendet. Der Werkstoff wird in der Regel durch ein Nachsetzzeichen im Gehäusekurzzeichen angegeben. Bei einigen Gehäusen, die nur in einer Werkstoffvariante angeboten werden, entfällt diese Angabe.

Nachsetzzeichen:

  • L für Grauguss
  • D für Sphäroguss
  • S für Stahlguss.

Weitere Werkstoffe auf Anfrage

Auf Anfrage können Gehäuse auch aus anderen Werkstoffen hergestellt werden. Die Auswahl des Werkstoffs sollte auf Basis einer sorgfältigen Analyse der Anwendung und der damit verbundenen Anforderungen erfolgen.

Grauguss

Begrenzte Zugfestigkeit und Duktilität, gute Druckfestigkeit

Für Standardgehäuse aus Grauguss wird in der Regel Gusseisen mit ­Lamellengraphit nach DIN EN 1561 verwendet. Bei diesen Gusswerkstoffen auf der Basis Eisen-Kohlenstoff-Silizium liegen die Graphiteinschlüsse in lamellarer Ausprägung vor. Diese wirken bei Zugbelastung als innere Kerben. Die Zugfestigkeit von Gusseisen mit lamellarem Graphit ist deshalb limitiert, die Duktilität vergleichsweise gering. Die Druckfestigkeit dieser Legierung ist allerdings um den Faktor 4 höher als die Zugfestigkeit. Bei diesen Legierungen wird auch eine gute Formsteifigkeit erreicht.

Kostengünstiger Werkstoff für einfache Anforderungen

Grauguss kommt deshalb bei Gehäusen mit einfachen Anforderungen zum Einsatz. Zudem stellt Grauguss die kostengünstigste Variante der für die Gehäuse verfügbaren Gusswerkstoffe dar.

Bei geteilten Stehlagergehäusen SAF wird Grauguss nach ASTM A48 Class35 verwendet.

Sphäroguss

Höhere Zugfestigkeit und Duktilität als bei Grauguss

Für Standardgehäuse aus Sphäroguss wird in der Regel Gusseisen mit Kugelgraphit nach DIN EN 1563 verwendet. Durch eine Zugabe von Magnesium, seltener Cer oder Kalzium, beim Vergießen formen sich die Graphiteinschlüsse kugelig ein. Dadurch sind die Zugfestigkeit und auch die Duktilität höher als bei Qualitäten mit lamellarer Graphitausprägung.

Werkstoff für erhöhte Anforderungen

Sphäroguss kommt deshalb für Gehäuse mit erhöhtem Anforderungsprofil zum Einsatz. Die Kosten für Sphäroguss liegen zwischen denen von Grauguss und Stahlguss.

Bei geteilten Stehlagergehäusen SAF wird Sphäroguss nach ASTM A536 Grade 65-45-12 verwendet.

Stahlguss

Mittlere bis hohe Festigkeit bei hoher Bruchdehnung

Für Standardgehäuse aus Stahlguss wird in der Regel Stahlguss nach DIN EN 10293 verwendet. Es lassen sich sowohl unlegierte als auch legierte Stähle vergießen. Der für Gehäuse verwendete unlegierte Stahlguss vereint mittlere bis hohe Festigkeiten mit einer hohen Bruchdehnung.

Werkstoff für hohe Anforderungen

Stahlguss kommt deshalb bei Gehäusen mit hohen Anforderungen an die mechanischen Eigenschaften bei gleichzeitig geforderter hoher Duktilität zum Einsatz. Die Kosten für Stahlguss liegen höher als die Kosten von Grauguss oder Sphäroguss. Deshalb wird empfohlen genau zu prüfen, ob der Werkstoff für die Anforderungen der jeweiligen Anwendung wirklich erforderlich ist.

Korrosionsschutz

Universalanstrich

Alle nicht spanend bearbeiteten Außenflächen der Standardgehäuse und die Anschlagflächen am Gehäuseunterteil sind mit einem Universalanstrich versehen. Der Anstrich ist überlackierbar mit allen Kunstharz-, Polyurethan-, Acryl-, Epoxidharz-, Chlorkautschuk-, Nitro- und säurehärtenden Hammerschlaglacken.

Korrosionsschutz

Spanend bearbeitete Innen- und Außenflächen sind mit einem Korrosionsschutz versehen, der leicht entfernbar ist. Es wird empfohlen, dazu nur flüchtige Lösungsmittel und fusselfreie Lappen zu verwenden.

Sonderlösungen auf Anfrage

Bei besonderen Anforderungen an Lackierung und Korrosionsschutz sind Sonderlösungen möglich. Spezielle Vorgaben des Kunden werden von uns auf Machbarkeit überprüft und können bei positivem Ergebnis umgesetzt werden.